Kinder suchen und brauchen Nestwärme
Pflegeeltern für Kinder

 

Was sind Pflegekinder?

  • Babys, Klein-, Schulkinder oder Jugendliche, Mädchen, Jungen und auch Geschwister, die aus unterschiedlichsten Gründen zeitlich begrenzt nicht bei ihren Eltern leben können.
  • Sie bringen ihre eigene Geschichte, Erfahrungen und Verhaltensweisen mit.
  • Sie kommen aus Familien, die durch Probleme und Krisen wie z.B. Krankheit oder Tod, häusliche Gewalt, Alkohol- oder Drogensucht, Trennung der Eltern oder gar Haftstrafen, belastet sind.
  • Sie haben Erwachsene mitunter als unzuverlässige Partner erlebt und oftmals Angst und Misstrauen gegenüber menschlichen Beziehungen entwickelt.
  • Sie brauchen liebevolle und aufgeschlossene Erwachsene, die sie und ihre Herkunft akzeptieren, sich liebevoll um sie kümmern und in ihrer Entwicklung unterstützen.

 

Was ist eine Adoption?

Bei einer Adoption wird die rechtliche Beziehung eines Kindes zu seinen leiblichen Eltern grundlegend und unwiderruflich verändert.
Alle Rechte und Pflichten gegenüber dem eigenen Kind werden an eine andere Familie abgegeben. Sorgerecht, Umgangsrecht, Unterhaltspflichten, Erbansprüche, etc. erlöschen und werden vollständig von den Adoptiveltern übernommen. Damit wird das adoptierte Kind rechtlich denen eines leiblichen Kindes gleichgestellt.

 


Wer kann Pflegeperson werden?

Verheiratete, Ledige, Alleinlebende oder in Lebensgemeinschaft lebende, mit oder ohne eigene Kinder, die sich vorstellen können, ein oder mehrere Kind/er bei sich aufzunehmen, um ihm Geborgenheit und Liebe zu geben.

  

Welche Voraussetzungen sollten Pflegeeltern erfüllen?

Sie sollten

  • Freude am Zusammenleben und Erfahrung im Umgang mit Kindern und Jugendlichen haben
  • Verständnis für die Kinder und ihre Vorgeschichte aufbringen
  • belastbar sein, Geduld und Einfühlungsvermögen sowie Zeit für das Kind/die Kinder mitbringen
  • konsequent und ausdauernd sein
  • Trennungen (bei Rückführung des Kindes in Herkunftsfamilie) verkraften können
  • in geordneten wirtschaftlichen Verhältnissen leben und Platz für (zusätzliche) Kinder haben
  • bereit sein, während der Pflegezeit engen Kontakt mit der Herkunftsfamilie des Kindes und den Mitarbeitern des Jugendamtes zu halten
  • bereit sein, das erforderliche Schulungsprogramm und Prüfverfahren zu durchlaufen
  • bereit sein, Einsicht in persönliche Unterlagen wie Lebenslauf, Führungszeugnis, Lohnbescheinigung und ein gesundheitliches Attest, zu gewähren

 

Welche Unterstützung bekommen Pflegeeltern?

Ein Pflegekind zu haben, ist eine schöne, aber auch sehr verantwortungsvolle Aufgabe, die Ihnen viel abverlangt. Die MitarbeiterInnen des Amtes für Jugend und Soziales und der Caritas stehen den Pflegeeltern mit Beratung zur Seite. Darüber hinaus können Sie sich an die Familien- und Erziehungsberatungsstellen in der Hansestadt Rostock wenden. Rolive e.V. bietet darüber hinaus unabhängige Unterstützung und den notwendigen Erfahrungsaustausch an.
Daneben unterstützt das Jugendamt die Kinder in Pflegefamilien mit einem monatlichen Pflegegeld für

  • für die Sicherstellung des Sachaufwandes wie Unterkunft, Bekleidung, Ernährung, Hausrat, Körperpflege, Heizung, persönliche Bedürfnisse des täglichen Lebens oder Taschengeld (sog. materielle Aufwendungen)
  • die von Eltern erbrachten Erziehungsleistungen (sog. Kosten der Erziehung)

einmalige Hilfen können gewährt werden für:

  • die Erstausstattung für Bekleidung und Mobiliar
  • persönliche Anlässe (z.B. Schulanfang)
  • Hilfe zur Verselbständigung bei jungen Volljährigen

jährliche Beihilfen können gewährt werden für:

  • Urlaub- und Ferienreisen
  • Klassenfahrten

 

Häufig gestellte Fragen!

Warum müssen Kinder in Pflegefamilien?
Pflegekinder kommen häufig aus Familien, in denen die Eltern mit ihrer eigenen Situation länger-, mittel oder kurzfristig überfordert sind und ihr Kind dadurch nicht mehr entsprechend seiner Bedürfnisse versorgen können. Damit die Eltern Zeit und Raum haben, ihre Probleme zu lösen oder um die Kinder vor Vernachlässigung, unnötigen psychischen Belastungen oder gar Gewalt und Missbrauch zu schützen. Eine Pflegefamilie ist eine sinnvolle Alternative zur Heimunterbringung oder Wohngruppen. In einer Pflegefamilie erfahren die Kinder geordnete Tagesabläufe, Zuwendung und Förderung, gewinnen Abstand zu problematischen Erlebnissen und können neue wertvolle Lebenserfahrungen sammeln.

 

Wie lange dauert es, bis wir ein Pflegekind bekommen?
Eine genaue Zeitangaben ist hier nicht möglich – wie gesagt, das Jugendamt sucht Eltern für Kinder und nicht umgekehrt.
Wie lange Sie warten müssen, hängt davon ab, was für ein Kind, mit seinen speziellen Bedürfnissen, aktuell zu vermitteln ist und ob Ihre Vorstellungen und Möglichkeiten für das Kind passend sind.

 

Wie gestaltet sich das gegenseitige Kennenlernen?
Die Mitarbeiter/innen des Amtes für Jugend und Soziales stellen Ihnen ein mögliches Pflegekind vor. In mehreren Treffen, die von einem/er Sozialarbeiter/in begleitet werden, können Sie sich gegenseitig kennen lernen. Diese Annäherungsphase wird von Gesprächen begleitet, um herauszufinden, ob die Annäherung für beide Seiten positiv oder nicht so gut verläuft. Bei einem positiven Verlauf wird die Vermittlung fortgesetzt. Bis zur endgültigen Aufnahme in die Familie können jedoch mehrere Wochen vergehen.

 

Dürfen wir ein Kind ablehnen?
Wenn Sie das Gefühl haben, das Kind "passt" einfach nicht in Ihre Familie oder Sie trauen sich seine Betreuung einfach nicht zu, dann sollen Sie sogar klar und deutlich nein sagen. Dem Kind ist nicht geholfen, wenn Sie ihm bei seinen Problemen nicht beistehen können oder Sie einfach nicht „warm miteinander werden“.

 

Wie lange dauert eine Pflegschaft?
Wie lange ein Kind in der Pflegefamilie verbleibt, ist von Fall zu Fall verschieden. Grundsätzlich bleibt das Kind so lange bis die leiblichen Eltern wieder in der Lage sind, sich verantwortungsvoll um Ihr Kind zu kümmern. Das kann ein paar Wochen oder Monate dauern, wenn die Eltern in der Lage sind ihre Probleme kurzfristig zu lösen. In manchen Fällen dauert die Pflegschaft mehrere Jahre oder wird gar zu einem dauerhaften Verhältnis.

 

Kann das Pflegekind von den Pflegeeltern auch adoptiert werden?
Die Adoption ist ein eigenständiges und von der Pflegschaft unabhängiges Verfahren! Ein Pflegekind kann nicht so einfach adoptiert werden, auch wenn es schon einige Jahre bei ihnen lebt. Grundvoraussetzung ist zunächst immer, dass die leiblichen Eltern ihr Kind zur Adoption freigeben.

 

Gibt es eine Altersbegrenzung für Pflegeeltern?
Für Pflegeeltern gibt es vom Gesetz keine Altersbegrenzung nach oben oder unten (außer Volljährigkeit). Bei der Vermittlung zwischen dem zu vermittelnden Kind und den potentiell geeigneten Pflegeeltern wird jedoch eher ein Eltern-Kind-Altersverhältnis als ein Großeltern-Kind-Altersverhältnis angestrebt.

 

Was gibt es für Gründe ein Pflegekind aufzunehmen?
Die Beweggründe ein Pflegekind aufnehmen zu wollen können unterschiedlichster Natur sein. Aber es ist wichtig klare Vorstellungen zu haben warum ein Pflegekind in die Familie kommen soll und welche Erwartungen damit verknüpft sind. Davon hängt ab, ob das Pflegeverhältnis gelingt, durch ihre Erwartungshaltung belastet wird, oder sogar scheitert. Je konkreter ihre Vorstellungen sind, desto einfacher wird es sein, ein zur Familie passendes Pflegekind zu vermitteln und die Pflegezeit für Pflegeeltern und Pflegekind harmonisch zu organisieren.

 

Haben die Kinder während der Pflegezeit Kontakt zu ihren leiblichen Eltern?
Ziel einer Pflegschaft ist es, das Pflegekind, wenn möglich, wieder in seine Herkunftsfamilie zu integrieren. Deshalb ist es wichtig, dass die Pflegeeltern den leiblichen Eltern aufgeschlossen gegenüberstehen und Verständnis für ihre Probleme haben. Trotz ihrer Probleme bleiben die leiblichen Eltern nun einmal die „richtige“ Familie des Kindes. Den Kontakt zu halten und das häufig gestörte Verhältnis der Kinder zu ihren Eltern neu aufzubauen und zu stärken, sollte von der Pflegefamilie unterstützt werden. Dies hängt immer vom Einzelfall ab. Wenn Kontakt dann wird die Häufigkeit, Dauer und Ort der Kontakte immer an den Bedürfnissen des Kindes orientiert und werden in der Regel von allen Beteiligten miteinander abgesprochen.

 

ROLIVE e.V.®

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